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Seit WS 2005/2006: Lehrbeauftragte an der TU-Braunschweig, Fakultät für Architektur :

Institut für bildende Kunst (Prof. Azade Köker).

 

 

WS 2006/2007: "Stadt der Blinden" (Blockseminar)
Wir stellen uns eine Stadt vor, in der (wie in dem gleichnamigen Roman von José Saramago) nur blinde Menschen leben, und entwerfen für diese Räume, Gegenstände, Fortbewegungsmittel oder städtebauliche Orientierungssysteme. Dabei spielen sowohl konzeptuelle Überlegungen eine Rolle (welche Qualitätskriterien könnte eine Gesellschaft haben, in der niemand etwas sieht?), praktische Tests von Alltagsgegenständen und Räumen sowie phantasievolles Experimentieren mit einem von jeder/m Studierenden gewählten Aspekt dieses städtischen Lebens.
Die in dem Seminar erstellten Objekte bzw. Entwürfe werden abschließend mit verbundenen Augen und sehend auf ihren Nutzwert erprobt, d.h. es sollen auch für die Präsentation (Skulpturen, Modelle, Vorträge...) nicht-visuelle Kommunikations- und ggf. Verführungsmittel gefunden werden.
Grundsätzlich geht es darum, ein gestalterisches Vokabular zu entwickeln, das nicht-sichtbaren Entscheidungskriterien folgt - d.h. zu untersuchen, wie Schönheit und Poesie aus der inneren Logik einer konsequent umgesetzten Idee resultieren können.

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SS 2007: "Brain Box Architektur"
(Stegreif)
Leitsystem / Ausstellungslogo"brain box architektur" für den Studiengang Architektur, TU-Day 2007

Der Studiengang Architektur präsentierte sich am Tag der offenen Tür der TU-Braunschweig (TU-day) 2007 unter dem Motto brain box architektur. In- und außerhalb des Architektur-Pavillons hinter dem Altgebäude fanden hierzu Ausstellungen und Aktionen der einzelnen Institute statt. Wie sich in den Vorjahren gezeigt hatte, ist der Zugang zum Pavillon vom Foyer des Altgebäudes aufgrund des großen Besucherandrangs jedoch nur schwer ersichtlich.
Ziel dieses Stehgreifs war es, ein Leitsystem und/oder eine Gestaltung der Gangwände sowie der Glasfassade des Altgebäudes (innenseitig) zu entwickeln, die den Eingang zum Architekturpavillon weithin sichtbar machen, Neugierde wecken und Besucher vom Altgebäude in den Pavillon und den umgebenden Garten führen.
"brain box" ("Gerhirnkiste") ist eine andere Bezeichnung für "think tank", ohne jedoch dessen militärischen Beigeschmack: Der Begriff bezeichnet einen Ort, an dem Menschen sich zusammenfinden, um über eine bestimmte Problematik gemeinsam nachzudenken und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Für den TU-Day spielte der Begriff ebenfalls auf die kistenartige Architektur des Pavillons an, in dem sich die Architekten präsentieren.

Aus den 21 eingereichten Wochenendentwürfen wurde der einer Studentin ausgewählt und gemeinschaftlich (durch alle 21 KursteilnehmerInnen) für den TU-day realisiert:
www.hahnemuehle.com/site/de/44/sponsoring.html





"Über das Absurde" (Blockseminar)
Mit dem Ausdruck "absurd" werden widersinnige, ungereimte Sachverhalte oder Situationen bezeichnet. In der Architektur, die auf konzeptionelle Logik und mannigfaltige Zweckerfüllung ausgerichtet ist, haben Absurditäten nichts zu suchen. In Kunst und Literatur hingegen finden sie spätestens seit dem 20. Jahrhundert programmatische Verwendung - als Befund, als Antwort auf die Absurdität der Welt oder als Gegenentwurf zu zeitgenössischen Ideologien. Nach einer Welle, die sich vor allem in Literatur und Philosophie manifestierte (Ionesco, Beckett, Camus) spiegeln nun die Werke zeitgenössischer bildender Künstler ein zunehmendes Interesse am Absurden.
Dieses Seminar wird aus einem theoretischen Teil bestehen, in dem wir eine Definition des Absurden versuchen wollen. Dabei werden wir uns exemplarischen Werken zeitgenössischer Bildhauer, Fotografen und Konzeptkünstler widmen, wie zum Beispiel:
- Gabriel Orozco, der einen Citroen der Länge nach aufschnitt und ohne Mittelteil zusammensetzte - als Ein-Personen-Wagen,
- Maurizio Cattelan, der ein ausgestopftes Pferd von der Decke hängte oder den Papst vermeintlich erschlug
- Walid Raad (Atlas Group), der Wetten kommentiert, in denen Historiker nicht auf ein Siegerpferd setzten, sondern auf den Abstand von der Ziellinie, an dem der Fotograf das schnellste Pferd ablichtete,
- Gregory Crewdson, in dessen fotografischen Inszenierungen (ein unter Wasser stehendes Wohnzimmer, ein üppiges Blumenbeet in der Küche) bürgerlicher Alltag verkehrt wird
- Anna und Bernhard Blume, die sich inmitten fliegender Haushaltsgegenstände fotografieren
- Andreas Slominski, der einen Ofen zum Verfeuern von Astgabeln baute oder eine Straßenlaterne ausgraben ließ, um um deren Fuß einen Reifen zu legen (statt ihn einfach darüber zu werfen).
In einem zweiten, praktischen Teil wollen wir eine gemeinschaftliche Absurdität kreieren, d.h. ein Objekt bauen oder einen absurden Prozess in Gang setzen, den wir uns in einem architektonischen Entwurf nie erlauben würden.

 

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